Wochenendtörn, Tagestour, Mitsegeln ab Monnickendam und Den Oever Passagiere: 18 Nacht 34 Tag
 
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Der Wind weht durch die Haare
 
 
 
 
 
 
 
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Sonnenaufgang

Der Himmel im Osten wird rot. Die Menschen in Enkhuizen schlafen noch. Nur auf dem Vordeck der Zuiderzee regt sich Leben.....
Die Fock steht voll über Backbord, raumer Wind bis zu den Watteninseln... - Die ganze Mannschaft ist beschäftigt das Großsegel der Zuiderzee hochzuziehen.
Wenn das geschafft ist, können wir auch den Klüver und das Wassersegel setzen, ermutigt der Skipper seinen Matrosen.
Beide finden es herrlich das Schiff mit vollen Segeln zu sehen. Einer der Gäste klettert ins Klüvernetz und knotet das Segel los.
In dem Moment, wo alle Segel stehen, gewinnt das Schiff spürbar an Fahrt.
Jetzt gibt es erst mal Kaffee in der aufgehenden Sonne.


Sonnenaufgang unter Segeln auf dem IJsselmeer

Das brausende Wasser. Der Zuiderzee liegt auf einer Sandbank im Watt und die Gaeste finden Ruhe ins Wasser. Watt? Das brausende Wasser...

Vollzeug mit großem Kluiver, flinker halber Wind segeln wir Richtung der Insel Vlieland. Quer vor uns die Sandbank Waardsegronden, züdlich von Vlieland und dem Richel.

Die Zuiderzee wühlt den Sand hoch. Es ist beinah Hochwasser und Springzeit. “ Wenn wir nun festlaufen kommen wir erst folgende Woche Montag los..”, rufe ich nach Arnold. Wir haben ausgerechnet das hier ungefähr 1,10 Meter Wasser steht auf dieser Platte. Durch das der große Kluiver den Bug tiefer ins Wasser drückt segeln wir mit einem Tiefgang von 1,20 Meter ohne eine handbreit Wasser nach Vieland. Der Schweiß läuft uns über den Rücken und die Adrealine schießt uns im Kopf und selbst im Hafen von Vlieland können wir es noch nicht glauben, wir haben es geschafft. Das ist Wattsegeln..
Gestern 8 August verlassen wir Den Oever, mit einer schwachen sommerlichen Brise . Auch hier müssen wir die Gezeit und Strömung nicht unterschätzen, ein kleiner Fehler und wir sitzen hoch und trocken auf einer Sandbank. Das heißt: Doch mal die kleinen Prille folgen und oft eine Wende oder eine Halse machen. Eine herrliche Abwechslung gegenüber dem IJsselmeer wo du manchmal Stunden hintereinander über dem selben Bug segelst. Der große Vorteil bei windstillen Tagen auf dem Watt ist, das du immer beinah Strom hast und doch noch dein Ziel erreichst.
Am Abend fallen wir trocken auf einer Sandbank, 200 Meter vor uns liegen Seehunde in der untergehenden Sonne. Was eine Natur. Als das Schiff nachts wieder los kommt, ist jeder an Deck. Die Entscheidung liegt bei den Gästen Nachtsegeln oder weiter schlafen. Diesmal wird es weiter schlafen, denn beim Segel setzen scheint das das Schiff so fest zu liegen als ein Haus.

Gedanken auf dem Meer
Was ich spüre,
was ich sehe
sind Kraft, Macht
und Harmonie.
Unser Boot zerteilt die Wogen.
Stört die Einheit
Und doch verbindet sich alles wieder
In Harmonie und Einklang

Die Wellen treffen hart aufeinander.
Sie brechen,
rebellieren in Gischt
und finden sich wieder
als Ganzes zusammen.

Jede Welle, jeder Tropfen
Ist alleine ein Nichts,
ein unbedeutender Niemand.
Doch zusammen sind sie eine Einheit
Voller unberechenbarer , friedlicher Kraft.

Und diese Kraft,
die Weite
und die Nichtigkeit des Einzelnen
in der Gesamtheit
machen die Schönheit
und Faszination
des Meeres aus.

Juni 1995

Harmonie und Einklang
Die Hanfgirlanden Zuidersee

Wellenwaelzen, Windreiten
Über niederen Landen
Ein Schiff hinleiten
Zwischen Hanfgirlanden
Mit prallen Segelwänden
Vorwärts schweben
Steuerbord, wenden
Freiheit leben

Mit Möwen um Wetten fliegen
Zum Spaß mal verlieren
Man muss nicht siegen
Und kann doch führen
Schoen zu sehen
Freude erlernen
In sich gehen
Weit entfernen.

Markus Ruehle
Juli 2005
Stuttgart

 
 
Zuiderzee Zeiltochten Arnold Schmeinck & Pilou Ronchetti | Postbus 46 | NL 1140 AA Monnickendam| Tel: +31 (0)653 676 549 | E-mail: arnold @ zuiderzee.eu